 |
 |
 |
 |
|
 |
 |

 |



|
 |
 |
 |






|
|
Kennen Sie schon die "Sage vom Bad Rotenbrunnen"??
Lassen Sie sich hier entführen, in eine alte Sage; Sie wissen ja - jede Sage hat einen wahren Kern:
Die Sage vom Bad Rotenbrunnen: Ein junger Hirte hatte einmal seine Herde in die Gegend von Bad Rotenbrunnen im Grossen Walsertal getrieben. Während seine Tiere dem kargen Futter nachgingen, lehnte er an einem Felsblock und schaute sich seine Umgebung an. Sie schien ihm so unwirtlich, kahl und unfruchtbar, dass er unwillig ausrief: "Der liebe Gott hat dieses Tal recht stiefmütterlich behandelt. Nichts als Steinhaufen, ein paar kümmerliche Halme, ein paar armselige Kräuter. Nicht einmal Schafe können sich hier satt fressen! Warum hat der liebe Gott hier keine Obstbäume wachsen lassen wie in den anderen Tälern und Kornfelder oder doch wenigstens eine fette Grasweide?"
Vor lauter Unwillen über das armselige Tal hatte der Hirte nicht bemerkt, dass sich am Himmel ein Unwetter zusammenzog. Unter Blitz und Donner stürzte ein heftiger Wolkenbruch nieder. Der Hirte wollte unter eine dichtästige Tanne flüchten, aber die Erde brach unter seinen Füssen ein, und er stürzte in den Graben eines Wildbaches. Mit einer schweren Verletzung am Fuss blieb er liegen, konnte sich kaum bewegen und nicht mehr aus dem Bachbett herauskriechen.
Aus Angst und Verzweiflung begann er zu beten, der Regen hörte auch sofort auf, der blaue Himmel zeigte sich wieder, und die Sonne schien wie vorher. Plötzlich war es dem Hirten, als sähe er ein wunderbares Licht in dem nahen Tannenwald, und während er hingaffte und sich wunderte, trat unter den Bäumen die Muttergottes hervor.
Die Erscheinung neigte sich freundlich über den Hirten und sagte: "Schilt nie mehr über die Werke der göttlichen Vorsehung! Was in einsamen Tälern verborgen liegt, wiegt oft mehr als die Ernte des Südens. Schau, dort rinnt aus dem roten Gestein eine Quelle! Geh hin und bade deinen verletzten Fuss im Wasser." Nach diesen Worten verschwand die Erscheinung.
Der Hirte kroch zur Quelle, badete seinen verletzten Fuss und spürte bald, dass es kein gewöhnliches Quellwasser war. Schon nach kurzer Zeit waren alle Schmerzen vergangen. Er rief seine Herde und zog dankbar heimwärts. Überall aber, wohin er kam, erzählte er von der Erscheinung der Muttergottes und von der wundertätigen Quelle. Bald wanderten Leute von nah und fern zu dieser Quelle und wurden von ihren Leiden geheilt.
An jener Stelle, wo das Wasser aus dem Felsen rann, baute man ein Badhaus und nannte die Quelle den "Roten Brunnen", denn das Wasser führte stets feinen roten Sand mit sich. Der Bach aber heisst seit jener Zeit zur Erinnerung an die Erscheinung der "Madonnenbach".
|
|
|
|
|
|

|
 |
|